Der Rhythmus wo man mit muss

Männer haben ihn kurz, Frauen lang und was das mit unseren Gehirnen zu tun hat


Es gibt natürliche hormonelle Rhythmen, die unsere Gehirne und damit unser Verhalten beeinflussen. Bei Männern ist es der 24 Std. Rhythmus, in dem die chemischen Vorgänge im Gehirn wechseln. Das ist der sogenannte Zirkadiane Rhythmus.

Frauen kennen das mit dem Zirkadianen Rhythmus auch, nur wir setzen noch einen drauf. Das weibliche Gehirn durchläuft einen weiteren wichtigen Rhythmus und zwar den Infradianen Rhythmus. Es beginnt in der Pubertät und wiederholt sich dann sage und schreibe alle 28 Tage. Kommt Dir das bekannt vor? Wahrscheinlich, aber denk jetzt nicht gleich, Du wüsstest worum es hier geht. Jetzt wird es erst richtig spannend.

Vielleicht hast Du schon davon gehört, dass es optimale Schlafenszeiten gibt, dass das blaue Bildschirmlicht abends nicht ideal zum Einschlafen ist und vielleicht hast Du bemerkt, dass immer wenn nachmittags zwischen 15-17 Uhr Dein Hormonspiegel auf seinen täglichen Tiefpunkt sackt, und Testosteron und Cortisol am Boden sind, die Lust auf Kaffee und Süsses extrem steigen kann.

Das sind Dinge, die allesamt den 24 Stunden Rhythmus bei Männern und Frauen betreffen.


Und nun kommt die weibliche Sonderedition. Auch wenn der Infradiane Rhythmus nur uns Damen der Schöpfung betrifft, so rate ich hiermit jedem männlichen Wesen, die kommende Beschreibung trotzdem zu lesen und vielleicht von einer Art Gebrauchsanweisung für den Umgang mit den Frauen im persönlichen Umfeld positiv zu profitieren.

Jetzt wird es kurz neurowissenschaftlich: Männergehirne und Frauengehirne sind unterschiedlich. Im Verhältnis sind bei uns Frauen der präfrontale Cortex (Handlungsfähigkeit), die Insula (Intuition), der Hippocampus (Erinnerung und Emotionen) und das Corpus callosum (Verbindung von rechter und linker Gehirnhälfte, Vernetzungsfähigkeit) grösser. Das sind unsere Stärken.


Alle diese Bereiche werden im Infradianen Rhythmus zusätzlich teils gleichzeitig oder auch nacheinander hormonell angeregt. Das löst im weiblichen Gehirn messbare Veränderungen bis zu 25% aus.

Da werden Hirnareale strukturell grösser, die Aktivität in verschiedenen Bereichen steigert oder senkt sich und die Nutzungsverteilung ändert sich.

Beim Mann gibt es die hormonell bedingte Veränderung der Gehirnaktivität in bestimmten Bereichen nur gemässigt innerhalb von 24 Std. Alles ganz entspannt. Da geht einem doch langsam ein Kronleuchter auf, gell?


Man unterscheidet im Infradianen Rhythmus der Frau vier Abschnitte in durchschnittlich 28 Tagen, die hormonell bestimmte Veränderungen im Gehirn und damit auch im Verhalten der Frau bewirken. Follikulare Phase ca. 7-10 Tage, ovulare Phase 3-4 Tage, luteare Phase 10-14 Tage, menstruale Phase 2-7 Tage. Die exakte Verteilung ist individuell und kann nur durch genaue Beobachtung bestimmt werden.

Das Verhalten von Frauen und Ihre Fähigkeiten werden durch die Phasen massgeblich beeinflusst. Jede Phase birgt Potential für besondere Fähigkeiten.


Das erklärt sich gut am Beispiel der ovularen Phase. Wichtige Information für Männer, die mit Frauen liebevoll verbunden sind: In der ovularen Phase stimuliert das Hormon Östrogen die Gehirnareale für verbale und soziale Fähigkeiten sehr stark. Wenn Du also weisst, dass sich Deine geliebte Frau gerade in diesem Zyklusabschnitt befindet, liegt die Wahrscheinlichkeit für ein „Beziehungsgespräch“ quasi bei 100%. Falls Du dagegen Massnahmen ergreifen möchtest, hier ein Tipp:

Wenn sie viel mit ihren Freundinnen quatschen kann, wird ihr Kommunikationszentrum genügend gefordert. Lade einfach ihre Freundinnen ein, spendiere eine Runde ihres Lieblingsweins und mach Dich vom Acker.


Für Frauen bedeutet das Wissen um ihre verbesserte Verbal- und Sozialkompetenz in der ovularen Phase zum Beispiel, dass es möglich ist besser zu planen. Es macht Sinn, Präsentationen oder wichtige Gespräche, Vorträge oder etwas wo Bindungskompetenz gefragt ist, idealerweise in diesen Zeitraum zu legen. Es wird Dir viel leichter von der Hand gehen als sonst, weil Deine Gehirnchemie sowieso schon parat dafür ist.


Das Thema ist weit grösser und interessanter als ich hier darzustellen vermag, aber vielleicht ziehst Du als Frau die Information heraus, dass ein Bewusstsein für Deine vier Phasen Dein Selbstverständnis verbessert und Deine negativen Assoziationen bezüglich der Hormonschwankungen beseitigt. Du bist schon richtig so wie Du bist und es wechselt ganz natürlich auf spezielle, vorhersagbare und verlässliche Weise, wie Du bestens funktionierst.


Und für die Herren der Schöpfung würde ich mir wünschen, dass das Wissen um diese Verhaltensänderung der Frau wegen ihrer hormonell gesteuerten Gehirnaktivität eigentlich ein totales Wunder der Natur ist und man es sich zusammen positiv zu nutze machen kann. Wenn Du Bescheid weisst, kannst Du locker zu Deiner Frau sagen: "Liebling, mach Du lieber das Elterngespräch mit dem Lehrer, Du hast doch grad ovulare Rückendeckung."

Was für Chancen sich da eröffnen...


Wenn Du als Frau mehr darüber wissen möchtest, es gibt viel Literatur in englischer Sprache oder wir können das ganz individuell in einem Kurs oder Coaching besprechen. Mir hat das Wissen darüber eine neue positive Sichtweise über das Frausein geschenkt. Geniesse Deine Phase, welche es auch gerade bei Dir sein mag.

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